Der Mensch im Mittelpunkt
Würzburg. Emotional wurde es beim Besuch von Würzburgs Sozialreferentin Eva Vietinghoff-Scheel, als Barbara Stehmann von ihrer täglichen Arbeit mit ehemaligen Teilnehmenden berichtet. Die Ansprechpartnerin für Ehemalige im Caritas-Don Bosco Bildungszentrum skizzierte die Herausforderungen, die drei ehemalige Teilnehmende aktuell mit ihrer Unterstützung zu meistern haben. Unter anderem stehen für sie auch die Themen „Wohnungssuche und soziale Kontakte“ auf der Agenda.
Genau hier liegen die Schnittpunkte zur Arbeit von Eva von Vietinghoff-Scheel. Die Sozialreferentin der Stadt Würzburg war mit Inklusionsbeauftragter Anke Geiter und Fachbereichsleiter Jugend und Familie Gunther Kunze auf Einladung von geschäftsführendem Direktor Andreas Halbig an das Bildungszentrum am Würzburger Schottenanger gekommen. Auch die drei Gäste der Stadt Würzburg wissen um die angespannte Wohnraumsituation in der Stadt, die spätestens nach der erfolgreichen Ausbildung beim Start ins Berufsleben auch für die rund 500 Teilnehmenden des Bildungszentrums ein Thema ist.
„Es geht darum, bei jedem Einzelnen mit viel Geduld herauszufinden, welche Unterstützung benötigt wird“, erläuterte Barbara Stehmann einen Schwerpunkt ihrer Tätigkeit. Häufig gehe es dabei auch darum, Gemeinschaft und Zugehörigkeit zu erleben.
Heimleiter Attila Steinbach stellte vor, wie die „familienersetzende Pädagogik“ im Caritas-Don Bosco-Bildungszentrum gelebt wird. Um den Teilnehmenden ein Gemeinschaftsgefühl zu vermitteln, werden unter anderem verschiedene Häuser und Wohnungen im Würzburger Raum angemietet und betreute Wohngruppen gebildet.
Weitere Stationen des Besuchs waren der Bereich Jugendhilfe mit Mutter-Kind-Abteilung und der dortigen 24 Stunden-Betreuung sowie die Kinderkrippe der KiTa Margherita.
Einsamkeit betrifft nicht nur ältere Menschen, wie häufig gedacht wird, sondern besonders auch die Gruppe der jungen Leute, waren sich die Experten der Stadt Würzburg und des Bildungszentrums einig. Eva von Vietinghoff-Scheel berichtete von zwei Apps der Stadt Würzburg, die aktuell entwickelt werden und in einigen Monaten starten werden. Einerseits ein „Hilfe-Kompass“, der sämtliche Unterstützungsangebote enthält sowie die App „Integrate“, die für Menschen mit Migrationshintergrund konzipiert ist und Inhalte in mehrere Sprachen übersetzt.
Die Gesprächspartner von Stadt und Bildungszentrum waren sich abschließend einig, sich weiterhin eng auszutauschen und den Kontakt zu vertiefen.
Bildunterschrift: Beim Rundgang durch das Caritas-Don Bosco-Bildungszentrum: (von links) Anke Geiter, Gunther Kunze, Direktor Andreas Halbig, Sozialreferentin Eva von Vietinghoff-Scheel, Franz Wiehl, Ulrike Karg, Attila Steinbach und Frank Matzer.
Foto: Susanne Geiger
Text: Marcus Meier