Autismus

Gestaltung (vor)beruflicher Maßnahmen für junge Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) in der Caritas-Don Bosco gGmbH

 

“Diese Kinder sind Edelsteine, die auf der Straße liegen. Sie müssen nur aufgehoben werden, und schon leuchten sie. ” Don Bosco

Die Berufsbildungswerke in Deutschland verstehen sich als Partner der Agenturen für Arbeit und Chancengeber für junge Menschen mit besonderem Förderbedarf.

Die Caritas – Don Bosco gGmbH ist, unter anderem, seit Jahren in der beruflichen Förderung von jungen Menschen mit Autismus tätig. Unser Bestreben ist eine ständige Verbesserung unserer Arbeit und damit auch eine Steigerung der beruflichen Möglichkeiten und Chancen für Menschen mit Autismus.

Dieses neuerstellte Konzept und die, durch die Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke in Deutschland und autismus Deutschland e.V. angestrebte Zertifizierung als für Autisten förderliches Berufsbildungswerk, verkörpert nur einen Meilenstein auf dem Weg der ständigen Verbesserung. Das vorliegende Curriculum wird fester Bestandteil des bestehenden Qualitätsmanagementsystems werden und unterliegt somit der fortlaufenden Betrachtung und der kontinuierlichen Weiterentwicklung.

Unser Ziel ist, neben einer fundierten Berufsfindung und einer qualifizierenden und anerkannten Ausbildung, die nachhaltige Integration auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt und die gesellschaftliche Inklusion unserer Absolventlnnen.

Mein besonderer Dank gilt an dieser Stelle all den Mitarbeiterinnen die an der Erstellung diese Konzeptes mitgearbeitet haben, sich schon jetzt fort- und weiterbilden und vor allem denjenigen, die diese Konzeption in der Praxis beherzt umsetzen und modifizieren werden.

Nach unserer Ansicht und beseelt durch unser Vorbild Johannes Bosco hat jeder junge Mensch das Recht auf eine ihm angemessene und individualisierte Förderung. Dieses Recht junger Menschen, in diesem Fall junger Menschen mit Autismus, ist uns Verpflichtung.

Würzburg, 20. August 2018

Andreas Halbig

Geschäftsführender Direktor Caritas-Don Bosco gGmbH

“Autismus ist keine Krankheit, keine Störung oder gar beklagenswerte Beeinträchtigung, sondern nur eine besondere, ungewöhnliche, eigentümliche Ausprägung des Menschseins.” Barry M. Prizant

Maßnahmegestaltung für Teilnehmerlnnen mit ASS

Nach den Diagnosekriterien der WHO, der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10) wird Autismus aktuell jedoch noch als „tiefgreifende Entwicklungsstörung” verstanden, der komplexe Veränderungen des zentralen Nervensystems zugrunde liegen, insbesondere im Bereich der Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitung.

Die Auswirkungen dieser Veränderungen führen zu individuell sehr unterschiedlich ausgeprägten Besonderheiten. So stehen Menschen mit ASS sehr häufig vor Barrieren in der sozialen Interaktion und Kommunikation und im sozialen Verständnis. Sie verfügen oft über ungewöhnliche Denk- und Problemlösungsmuster, über intensive und oft sehr spezielle Interessen und haben ein Bedürfnis nach Beständigkeit.

Im Rahmen unserer (vor-) beruflichen Maßnahmen werden die individuellen Auswirkungen der Besonderheiten junger Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung berücksichtigt, um sie beim Erwerb erfolgreicher Maßnahme- und anerkannter Ausbildungsabschlüsse sowie bei nachhaltiger Integration und Teilhabe an Arbeit und Gesellschaft zu unterstützen.

Die Durchführung unserer (vor-) beruflichen Maßnahmen ist im Rahmenvertrag und in den Leistungsbeschreibungen der Berufsbildungswerke sowie in unserem Qualitäts- und Leistungshandbuch geregelt. Die Caritas Don Bosco gGmbH ist außerdem nach der DIN EN ISO 9001:2015 zertifiziert und nach §5 Absatz 1 Satz 3 AZAV als Träger zugelassen.

Junge Menschen mit ASS benötigen bei der beruflichen Qualifizierung ergänzend jedoch besondere autismusspezifische Unterstützungsangebote und Ergänzungen im Rahmen ihrer individuellen Förderplanung.

Diese werden in der Caritas-Don Bosco gGmbH umgesetzt durch unsere Mitarbeiterinnen in den Lernorten Ausbildung und Wohnen sowie durch die begleitenden Fachdienste.

Professionen in der Arbeit mit jungen Menschen mit ASS

Die Mitarbeiterinnen der Lernorte und der begleitenden Fachdienste der Caritas-Don Bosco gGmbH sind alle zum Thema „Autismus” geschult.

Zudem gibt es in der Caritas-Don Bosco gGmbH Mentorinnen. Dies sind Mitarbeiterinnen aus den Lernorten und den Fachdiensten, die sich – neben ihrer sonstigen Tätigkeit – als persönliche Assistentinnen für eine oder einen Teilnehmerin mit Autismus zur Verfügung stellen.

Im Sinne des Prinzips der Assistenz der Pädagogik Don Boscos begleiten diese Mitarbeiterinnen die jungen Menschen mit Autismus über die gesamte Qualifizierungsmaßnahme in der Caritas­ Don Bosco gGmbH als konstante Bezugspersonen.

Gemeinsam mit den Mitgliedern des Reha-Teams sollen sie helfen, Rahmenbedingungen, Umwelteinflüsse und Situationen zu erkennen, die für „ihre” jungen Menschen mit ASS problematisch werden können/ sind. Diese können dann individuell autismusspezifisch angepasst und/ oder bearbeitet werden.

Besonderes Augenmerk wird hier auf notwendige Übergänge in den beruflichen Maßnahmen und den Wohnformen gelegt. Diese werden durch die Mentorinnen intensiv begleitet. Hierzu gehört auch das bedarfsbezogene Coaching der Mitarbeiterinnen in der Caritas-Don Bosco gGmbH, in den (Regel-) Berufsschulen sowie in Kooperationsbetrieben oder anderen externen Kooperationspartnern.

Allen Mitarbeiterinnen der Caritas-Don Bosco gGmbH steht die Teilnahme am „Arbeitskreis Autismus” offen. Hier sind insbesondere die Mitarbeiterinnen organisiert, welche sich als Mentorinnen engagieren.

Der Arbeitskreis wird regelmäßig von den Fachreferentinnen terminiert und begleitet. Er dient unter anderem auch der kollegialen Beratung (Intervision) von Mitarbeiterinnen bei autismusspezifischen Fragen und wird vom psychologischen Dienst unterstützt.

Alle Angebote und weitere Aktivitäten zum Thema „Autismus” werden zentral organisiert und koordiniert von den „Fachreferentinnen Autismus”. Diese haben den lntensiv-Weiterbildung-

Autismus-Zertifikatskurs IWAZ von auli,mu, Deutschland e.V. absolviert und sind in der Caritas­ Don Bosco gGmbH ausschließlich als Fachreferentin tätig.

Aufnahmeverfahren bei Teilnehmerlnnen mit ASS

Bei der Anmeldung neuer Teilnehmerlnnen werden die Unterlagen durch die Mitarbeiterinnen Aufnahme / Assessment gesichtet und an die Mitarbeiterinnen der Lernorte und der begleitenden Fachdienste verteilt.

Wird ein/e Teilnehmerln mit Autismus-Spektrum-Störung angemeldet, wird die / der Fachreferentin im Haus informiert.

Der / dem künftigen Teilnehmerln mit ASS wird ein autismusspezifischer Anamnesebogen zugesandt, welcher neben den weiteren Anmeldeunterlagen die Grundlage für das Vorbereitungsgespräch zur Aufnahme darstellt.

Die im Vorbereitungsgespräch gewonnen Informationen werden im Rahmen der individuellen Förderplanung insbesondere zur

  • Zuteilung einer /eines Mentorin,
  • notwendigen Anpassung des Arbeitsplatzes,
  • optimalen Gestaltung des Wohnplatzes (Wohnplatz-Matching in differenzierten Wohnformen)

genutzt.

Die jungen Menschen mit ASS sowie ihre Begleitpersonen können sich im Rahmen von Informationsgesprächen und / oder dem Vorbereitungsgespräch von den Fachreferentinnen über die autismusspezifische Förderung im Rahmen der beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen der Caritas-Don Bosco gGmbH individuell informieren.

Spezifische Förderangebote in BvB und Ausbildungsmaßnahmen

Zur bedarfsgerechten Förderung der jungen Menschen mit ASS existiert ein eng mit den Fachreferentinnen kooperierendes Mentorensystem, welches die kontinuierliche Begleitung der Teilnehmer!nnen mit ASS von einem festen Ansprechpartner über den kompletten Maßnahmezeitraum sicherstellen soll.

Eine/n Mentorin sorgt im gesamten Verlauf der Maßnahme und bei Übergängen für Kontinuität und bereitet auf Veränderungen bezüglich personellen Übergängen bedingt durch den Maßnahmeverlauf vor.

Da gerade Veränderungen für die jungen Menschen mit ASS oft eine besondere Herausforderung darstellen, wird auf die frühzeitige Vorbereitung und umfassende Begleitung von Übergängen ein besonderes Augenmerk gelegt.

Bei der Begleitung von Übergängen kommt die besondere Bedeutung der Mentoren zum Tragen, welche den Teilnehmern mit ASS stets als verlässliche Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Eine individuelle 1: 1-Begleitung kann bei Bedarf für einen begrenzten Zeitraum ermöglicht werden um beispielsweise die Übergänge in externe Phasen umfassend zu begleiten.

Ein speziell auf die Besonderheiten von Menschen mit ASS abgestimmtes Soziales Kompetenztraining (SoKo AUTfit – Autismus & Beruf), welches für alle Teilnehmerlnnen mit ASS angeboten wird, soll den jungen Menschen ermöglichen, die notwendigen Soft-Skills für eine erfolgreiche berufliche Entwicklung praxisnah zu erlernen.

Hierbei wird großer Wert auf eine enge Kooperation mit den jeweiligen Ausbilderlnnen gelegt, um das Training stets optimal auf die individuellen Förderbedarfe der Teilnehmerlnnen anpassen zu können.

Zusätzlich können wir durch die Kooperation mit dem Autismus Kompetenzzentrum Unterfranken weitere Soziale Kompetenztrainings für Rehabilitandlnnen mit ASS anbieten, die sich nicht ausschließlich auf die Vermittlung beruflich notwendiger Kompetenzen beschränken.

Eine kleinschrittige Strukturierung von Arbeitsaufträgen auch unter Zuhilfenahme visueller Hilfen und weiterer individueller Methoden und Medien zur Vermittlung von Lerninhalten kann bedarfsgerecht erfolgen. So wird den Besonderheiten in der Informationsverarbeitung unserer Teilnehmerlnnen mit ASS Rechnung getragen und ihnen ein weitgehend selbstständiges Arbeiten ermöglicht.

Um die Orientierung im BBW zu erleichtern, wird mit den Teilnehmern bei Bedarf ein individueller Lageplan mit den wichtigsten Wegstrecken innerhalb der Einrichtung erstellt, um ihnen größtmögliche Autonomie zu ermöglichen. Zur Übersicht über die umfänglichen Möglichkeiten der individuellen Unterstützung wird den Mitarbeiterinnen des BBW von den Fachreferentinnen ein Hilfen-Katalog zur Verfügung gestellt, welcher alle im BBW vorgehaltenen Hilfsmittel (z.B. Reizabschirmung / Sichtschutz / Auszeitenbuch / Kommunikationshilfen / etc.) übersichtlich darstellt.                                          

Im Sinne des Empowerment unserer Rehabilitandlnnen mit ASS wird der Hilfen-Katalog stetig ergänzt und weiterentwickelt.

Bei der Implementierung besonderer Hilfen am Arbeitsplatz stehen die Fachreferentinnen / Mentorinnen den Mitarbeiterinnen der Ausbildung beratend und unterstützend zur Seite.

Eine mit den Teilnehmerlnnen auf ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmte Gestaltung des Arbeitsplatzes wird selbstverständlich ermöglicht.

Um bei Overload-Zuständen schnell reagieren zu können steht den jungen Menschen mit ASS an beiden Standorten der Caritas-Don Bosco gGmbH ein reizarmer Rückzugsraum zur Verfügung, welcher auch für individuell vereinbarte Auszeiten genutzt werden kann.

In den Pausenzeiten stehen den Teilnehmerlnnen im Sinne der pädagogischen Assistenz Don Boscos und zur Mobbing- und Gewaltprävention stets Mitarbeiterinnen des sozialpädagogischen Fachdienstes als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung. Auf dem Gelände verteilt gibt es diverse Aufenthaltsbereiche, an denen die jungen Menschen ihre Pausenzeiten verbringen können.

An  beiden Standorten gibt es  im Rahmen der Mittagsverpflegung Auswahlmenüs in den Speiseräumen und ergänzend / alternativ die Möglichkeit, sich in der Bäckerei, der Cafeteria oder dem Laden der Caritas-Don Bosco gGmbH zu verpflegen.

Individuelle Auszeiten können bei Überlastungszuständen auch während der Arbeitszeit vereinbart werden und in Kooperation mit dem Gesundheitszentrum unter Einbezug der Rückzugsmöglichkeiten umgesetzt werden.

Des Weiteren durchlaufen alle Teilnehmerlnnen im ersten Ausbildungsjahr ein Sozialtraining zur Mobbingprävention und zur Vorstellung der Schutzbeauftragten der Einrichtung.

Etwaig notwendige Nachteilsausgleiche in Prüfungen werden durch die Prozessverantwortlichen individuell geprüft und bei Bedarf in Zusammenarbeit mit dem Mobilen Sonderpädagogischen Dienst der Don-Bosco-Berufsschule umgesetzt.

Spezifische Hilfen im Rahmen von externen Phasen

Vorbereitung
Besonderes Augenmerk wird auf eine umfängliche und den individuellen Bedarfen unserer Teilnehmerinnen mit ASS angepasste und mit diesen abgestimmte Begleitung von Übergängen in und aus externen Phasen zurück in die Einrichtung gelegt.

Dies beginnt mit einer zeitlich auf die Teilnehmerinnen angepassten Vorausplanung, um genug Raum zu geben, sich auf den bevorstehenden Übergang einzustellen.

Schon in der Bewerbungsphase werden die Teilnehmerinnen durch geschultes Fachpersonal begleitet und in Bewerbungstrainings gezielt auf die Anforderungen vorbereitet.

Bei der Auswahl eines geeigneten Praktikumsbetriebes unterstützen die Mitarbeiterinnen der Caritas-Don Bosco gGmbH die Teilnehmerinnen um ein passgenaues Betriebs-Matching sicherzustellen.

Ein begleitetes Vorstellungsgespräch kann bei Bedarf individuell ermöglicht werden.

Weiterhin werden insbesondere unsere Rehabilitandlnnen mit ASS schon im Vorfeld über die Strukturen und Regeln des Betriebes informiert und etwaig notwendige Besonderheiten (z.B. in der Arbeitsplatzgestaltung oder bei Pausenzeiten) gemeinsam mit den Teilnehmerinnen herausgearbeitet. Die Selbstbestimmung der Teilnehmerlnnen sowie die Anerkennung der jungen Autisten als Experten für ihre individuellen Bedarfe haben hierbei hohe Priorität.

Die Kooperationsbetriebe werden im Voraus durch die Mentorinnen oder die Fachreferentinnen auf die individuellen Besonderheiten bei ASS und insbesondere auf die speziellen Bedarfe der jeweiligen Teilnehmerlnnen vorbereitet.

Über den kompletten Zeitraum der externen Phase steht den Teilnehmerlnnen wie auch dem Betrieb ein fester Ansprechpartner des BBW zur Verfügung um bei Fragen zum Thema Autismus oder Unklarheiten schnell reagieren zu können.

Darüber hinaus wird dem Betrieb ein Kontaktformular ausgehändigt, welches alle beteiligten Akteure (Ausbilderin, Mentorin, sozialpädagogischer Fachdienst) nebst zugehörigen Kontaktdaten beinhaltet.

Vor Beginn von betrieblichen Praktika oder VAmB besteht die Möglichkeit, ein Wegetraining mit den Teilnehmerinnen zu absolvieren um eine sichere Orientierung und beispielsweise die Nutzung des ÖPNV zu ermöglichen.

Begleitung

Die Begleitung unserer Teilnehmerinnen mit ASS ist während der externen Phasen durch regelmäßige Besuche im Betrieb gewährleistet.

Individuelle Hilfsmittel zur Arbeitsplatzgestaltung werden den Teilnehmerinnen auch während der externen Phasen von der Caritas-Don  Bosco gGmbH zur Verfügung gestelltunddie Kooperationsbetriebe über die sachgemäße Verwendung informiert.

Nachbereitung

Nach den betrieblichen Phasen wird mit den Teilnehmerlnnen ein autismusspezifischer Reflexionsbogen bearbeitet um Informationen über die Bedingungen für Menschen mit ASS im jeweiligen Betrieb zu bekommen. Die so gemeinsam mit den Rehabilitanden gewonnenen Erkenntnisse geben uns die Möglichkeit, unser Betriebs-Matching noch passgenauer zu gestalten.

Bei längeren externen Phasen (beispielsweise VAmB) muss auch die Rückführung ins BBW frühzeitig vorbereitet werden, damit sich die Teilnehmerlnnen auf diesen Übergang ebenso vorbereiten können.

Spezifische Förderangebote im Wohnen

Die Caritas-Don Bosco gGmbH verfügt über ein differenziertes Wohnkonzept, welches neben der Unterbringung im Rahmen der beruflichen Rehabilitation auch heilpädagogische stationäre Unterbringungsformen gemäß SGB VIII beinhaltet.

Im Bereich der stationären Jugendhilfe hält die Caritas-Don Bosco gGmbH

  • heilpädagogische Wohngruppen
  • heilpädagogische Wohngemeinschaften
  • dezentrale Wohngruppen im Stadt(rand)gebiet
  • betreutes Außenwohnen im Stadt(rand)gebiet vor.

Im Bereich der beruflichen Rehabilitation verfügt das Berufsbildungswerk über

  • Basiswohngruppen
  • innenbetreutes Appartementwohnen
  • betreutes Außenwohnen

an den Standorten Würzburg und Gadheim.

Die differenzierten Unterbringungsmöglichkeiten sollen die Selbständigkeitsentwicklung der jungen Menschen mit ASS fördern, da die Wohnform den individuellen Bedarfen und Fähigkeiten angepasst werden kann.

In allen Wohnformen sind standardmäßig Doppel- und Einzelzimmer, teils mit eigenem Sanitär­ und Küchenbereich, vorhanden.

Die Strukturierungshilfen und der Unterstützungsumfang durch die Mitarbeiterinnen sind – abhängig von der Wohnform – unterschiedlich ausgeprägt. Selbstverständlich stehen die tagsüber vorgehaltenen Hilfen und Unterstützungsangebote auch im Freizeitbereich zur Verfügung.

Tägliche Routinen der jungen Menschen mit ASS können individuell auch im Wohn- und Freizeitbereich berücksichtig und die notwendigen Anpassungen der Abläufe ermöglicht werden.

Integration und Nachbetreuung

Aufgabe des Fachdienstes Integration ist insbesondere die Begleitung der Teilnehmerlnnen zum Ende der Maßnahme, mit dem Ziel der nachhaltigen beruflichen Integration auf dem ersten Arbeitsmarkt.

Dies beinhaltet die Unterstützung der Teilnehmerlnnen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung sowie in ihrer beruflichen Entwicklung in Vorbereitung auf die Teilhabe am Arbeitsleben.

Auch der Fachdienst Integration ist autismusspezifisch geschult, um die Abgängerlnnen mit ASS beim Übergang in die Arbeitswelt individuell und bedarfsgerecht unterstützen.

Ebenso werden vom Fachdienst Integration in Kooperation mit den Fachreferentinnen Autismus Informationen und Beratung zu allen autismusspezifischen Themen für Betriebe vorgehalten.

Evaluation

Im Rahmen einer jährlichen Zufriedenheitsbefragung zu autismusspezifischen Hilfen wird unter Einbezug der Teilnehmerlnnen mit ASS die Konzeption stetig aktualisiert um den individuellen Bedarfen von Rehabilitandlnnen mit ASS gerecht zu werden.

Zur Sicherung der Ergebnisqualität werden die Übergangsquoten der Teilnehmerlnnen mit ASS in den allgemeinen Arbeitsmarkt gesondert erhoben und den Übergangsquoten sämtlicher andererTeilnehmergruppen gegenübergestellt.

So wird die Zielsetzung, die Vermittlungsquote von jungen Absolventlnnen mit ASS auf demselben Niveau zu halten, wie die Vermittlungsquote von Absolventlnnen mit anderen Störungsbildern, erreicht.

Ebenso werden sämtliche Übergänge (BVB / Ausbildung / externe Phasen / allgemeiner Arbeitsmarkt) erfasst.

Die Abbruchquoten von Teilnehmerlnnen mit ASS werden unter Angabe der individuellen Abbruchgründe erfasst.

Kooperationspartner in unserer Arbeit mit jungen Menschen mit ASS

Eine erfolgreiche berufliche Qualifizierung sowie die nachhaltige Integration und das Ermöglichen von Teilhabe in Arbeit und Gesellschaft von jungen Menschen mit ASS macht eine enge Vernetzung der Akteure notwendig.

Eine besondere Bedeutung hat hier die Kooperation mit den Eltern, als „Spezialisten für ihr Kind” und in der Arbeit der Caritas-Don Bosco gGmbH fest verankert:

  • Teilnahme an Informations- und Vorbereitungsgesprächen
  • Begleitung ihres Kindes zum ersten Maßnahmetag
  • jährlicher Elternsprechtag
  • Einladung zu Elterngesprächen
  • Prozessverantwortliche als kontinuierliche Ansprechpartner zum Maßnahmeverlauf
  • telefonische oder persönliche Kontaktaufnahme möglich – auch in den Lernorten oder zu den Fachdiensten

Auch mit den Institutionen/ Fachleuten,  welche bisher für die Förderung der jungen Menschen mit ASS zuständig waren (z.B. Fachärzte, Autismus-Therapiezentren, Psychotherapeuten, Kliniken…) wird im Bedarfsfall persönlich Kontakt aufgenommen, um an bestehende Förderung anknüpfen zu können.

Für die Maßnahmezeit der jungen Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung arbeitet die Caritas­ Don Bosco gGmbH zur optimalen fachärztlichen Versorgung mit einer niedergelassenen Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie zusammen, die 2 mal wöchentlich Hausbesuche in der Einrichtung durchführt.

Darüber hinaus ist die Caritas-Don Bosco gGmbH Trägermitglied des Autismus Kompetenzzentrums Unterfranken e.V. (AKU).

Die Mitarbeiterinnen des AKU bieten ergänzend zum hausinternen sozialen Kompetenztraining Autismus und Beruf mehrere soziale Kompetenztrainingsgruppen für junge Menschen mit ASS bei uns im Hause an. Daneben führen sie im Bedarfsfall individuelle Beratungen für Teilnehmerlnnen mit ASS und auch für Mitarbeiterinnen durch.

Die Mitarbeiterinnen des AKU stehen den Eltern/ Angehörigen der Teilnehmerlnnen der sozialen Kompetenztrainings auch im Rahmen des Elternsprechtages für Fragen und zum Informationsaustausch zur Verfügung.

“Wenn ich mit den Fingern schnippen könnte und nicht mehr autistisch wäre, ich würde es nicht tun. Autismus ist Teil dessen, was ich bin.”  Temple Grandin

 
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